Suhl

Die kreisfreie Stadt Suhl liegt am Fusse des Thüringer Waldes in einer Höhe von 400 bis etwa 700 Me

ter über NN und zählt gegenwärtig etwa 47000 Einwohner. Sie ist die größte thüringische Stadt südlich des Rennsteigs. Die Stadt erstreckt sich im Tal von Steina, Lauter und Hasel. Während der Marktplatz auf einer Höhe von 430 Meter liegt, steigen die das Zentrum umgebenden Berge steil auf. Der Suhler ,,Hausberg“, der Domberg, misst 675 Meter, der Döllberg in südöstlicher Richtung erreicht 760 m un

Suhl - Geschichte und Gegenwart

SuhlDie kreisfreie Stadt Suhl liegt am Fusse des Thüringer Waldes in einer Höhe von 400 bis etwa 700 Meter über NN und zählt gegenwärtig etwa 47000 Einwohner. Sie ist die größte thüringische Stadt südlich des Rennsteigs.

Die Stadt erstreckt sich im Tal von Steina, Lauter und Hasel. Während der Marktplatz auf einer Höhe von 430 Meter liegt, steigen die das Zentrum umgebenden Berge steil auf. Der Suhler ,,Hausberg“, der Domberg, misst 675 Meter, der Döllberg in südöstlicher Richtung erreicht 760 m und der Ringberg im Nordosten 745 m. Das Stadtgebiet erstreckt sich oberhalb des Ortsteiles GoldlauterHeidersbach bis hinauf ins Zentralmassiv des Thüringer Waldes auf eine Höhe von fast 1000 Metern.

SuhlVerkehrstechnisch ist Suhl an die Eisenbahnstrecken 570 (Erfurt -Meiningen) bzw. 815 (Erfurt — Schweinfurt) und 573 (über Zella-Mehlis in Richtung Wernshausen/Werratal-Bahn) angebunden. Die nächstgelegenen ICE-Anschlussbahnhöfe sind Würzburg und Erfurt. Die Stadt wird von der Bundesstraße B 247 durchquert, auf der derzeit auch noch die nächste Autobahnanschlussstelle (Gotha auf der A 4) in ca. 40km Entfernung erreicht wird. Die Stadt Suhl wird demnächst an der Zusammenführung der neuen Autobahnen A 71 und A 73 liegen. Ein erstes Teilstück der neuen ,,Thüringer Wald-Autobahn“ bei Suhl (Ortsumfahrung Zella-Mehlis) wird noch 2001 befahrbar sein. 2003 soll die Autobahn zwischen Meiningen und Erfurt nutzbar sein.

Suhl kann auf eine bewegte Geschichte verweisen. Dem Suhler Forscher Ernst Fischer zufolge belegen Bodenfunde einen Aufenthalt von Menschen schon um 2000 v. Chr. Etwa 500 v. Chr wurden dann mit der Einwanderung keltischer Volksstämme im Suhler Raum Menschen sesshaft. Sie betrieben insbesondere die Erzgewinnung und -verarbeitung. Erzbergbau und Eisenverarbeitung zählen neben der Salzgewinnung denn auch zu den ältesten Suhler Erwerbszweigen. Die Stadt selbst wurde 1318 erstmals urkundlich erwähnt. 1527 erhielt Suhl Stadtrecht. Seit jener Zeit auch werden in Suhl Waffen hergestellt. Schriftliche Überlieferungen der Zunft der Rohr und Büchsenschmiede gibt es schon von 1555. Die Zunft der Büchsenschäfter wurde 1667 geschaffen. Doch der Verkauf von Waffen an Freund und Feind führte auch zu schweren Zerstörunger der Stadt in Kriegszeiten, beispielsweise am Gallustag 1634. Stadt brände verwüsteten immer wieder weite Teile der Ansiedlung, so 1509,1590 und 1753. Die Waffenfertigung brachte allerdings auch Wohlstand in die Stadt. Suhler Büchsenmacherverkauften zwischen 1756 und 1760 25000 Gewehre an Preußen. Aufgrund dieser militärischen Bedeutung kam die Stadt wie die gesamte Grafschaft Henneberg 1815 zum Königreich Preußen.

SuhlIm 19. Jahrhundert erlebte Suhl einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung, der sich Anfang des 20. Jahrhunderts fortsetzte. Daran hatten auch jüdische Unternehmer, so die Familie Simsen wesentlichen Anteil. 1884 erhielt Suhl Eisenbahnanschluss. Um 1900 zählte die Stadt 13 000 Einwohner. Im 1. Weltkrieg arbeiteten etwa 12 000 Beschäftigte aus der Region in Suhler Rüstungsbetrieben. Auch in der Vorbereitungsphase und im 2. Weltkrieg selbst war Suhl wieder Rüstungslieferant. Bis zu 8600 Zwangsarbeiter aus vielen Nationen arbeiteten in ,,kriegswichtigen“ Betrieben. Die Stadt zählte damals etwa 25000 Einwohner Am 3. April 1945 beendeten amerikanische Truppen mit ihrem Einmarsch die NS-Herrschaft in Suhl. Bei vorherigen Kämpfen gingen zahlreiche Häuser in Flammen auf.

Mit der Verwaltungsreform in der DDR wurde Suhl am 23. Juli 1952 Bezirksstadt. Die Stadt zählte zu diesem Zeitpunkt 24496 Einwohner Suhl nahm in den darauffolgenden Jahren eine stürmische Entwicklung. Vor allem der Bau von Neubauwohnungen, aber auch von Gesellschafts- und Repräsentativbauten veränderte das Stadtbild völlig. Am 12. Mai 1967 erhielt Suhl den Status einer kreisfreien Stadt. Die Schießsportanlage auf dem Friedberg ging 1971 in Betrieb. Am 12. Februar 1982 erblickte der 50000. Einwohner Suhls das Licht der Welt. Die Einwohnerzahl wuchs bis 1989 auf mehr als 56 000 an.

Im November/Dezember l989wurde mitzahlreichen Demonstrationen und der Besetzung der Stasi-Zentrale auch in Suhl die gesellschaftliche Wende eingeleitet. Am 6. Mai 1990 wählten die Bürgerinnen und Bürger erstmals seit 1950 wieder frei eine Stadtverordnetenversammlung. Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen begannen in der Stadt. Auf dem Gelände der ehemaligen 0ffiziershochschule der Grenztruppen der DDR entstand der Gewerbepark Friedberg, das größte Gewerbegebiet der Region, mit mehr als 2500 zukunftsträchtigen Arbeitsplätzen. Im Stadtzentrum wurde die einstige Stadthalle samt Umfeld zum Congress Centrum Suhl umgestaltet. Die Einweihung erfolgte am 2. Dezember 1995. Die innerstädtische Schwerpunktentwicklung fand mit dem Bau des Lauterbogen-Centers seine Fortsetzung, das am 2. November 1996 in Betrieb ging. Das Congress Hotel öffnete im Juni1998 seine Pforten. Die Sanierung der Einkaufsmeile von Suhl, des Steinwegs, erfolgte 1998/1999 bis zur Fertigstellung des Marktplatzes im Jahr 2000. Die Umbau- und Sanierungsarbeiten zur Aufwertung weiterer innerstädtischer Bereiche werden fortgesetzt, beispielsweise mit der Neugestaltung des Platzes der deutschen Einheit 2001.
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