Schleiz

Seit 1880 war Schleiz Verwaltungssitz des Oberländischen Bezirkes. Die Tradition als Kreisstadt nah

m 1922 Ihren Anfang und konnte 1994 vor allem aufgrund der geographischen Lage der Stadt im neu gegründeten Saale - Orla - Kreis fortgeführt werden. Das Stadtgebiet umfaßt mit seinen Ortsteilen Dröswein, Gräfenwarth, Grochwitz, Heinrichsruh, Langenbuch, Lössau, Möschlitz, Oberböhmsdorf, Oschitz und Wüstendittersdorf eine Fläche von über 8,000 Hektar. Schleiz ist die Kreisstadt des Saale - Orla - K

Die Geschichte der Rennstadt Schleiz

Rennstadt SchleizSeit 1880 war Schleiz Verwaltungssitz des Oberländischen Bezirkes. Die Tradition als Kreisstadt nahm 1922 Ihren Anfang und konnte 1994 vor allem aufgrund der geographischen Lage der Stadt im neu gegründeten Saale - Orla - Kreis fortgeführt werden.
Das Stadtgebiet umfaßt mit seinen Ortsteilen Dröswein, Gräfenwarth, Grochwitz, Heinrichsruh, Langenbuch, Lössau, Möschlitz, Oberböhmsdorf, Oschitz und Wüstendittersdorf eine Fläche von über 8,000 Hektar.
Schleiz ist die Kreisstadt des Saale - Orla - Kreises im Freistaat Thüringen In einer Hohe von 420 m über NN liegt sie direkt an der Autobahn Berlin - München (A9) und wird von der B 2, der B 94 und der B 282 durchquert.
Nur 12 km trennen sie von einer der landschaftlich reizvollsten Gegenden unseres Oberlandes, dem Bleilochstausee der Saale bei Saalburg.
Damals wie heute ist die Lage an wichtigen Verkehrswegen ein ausschlaggebender Faktor für die erfolgreiche Entwicklung einer Stadt.
Im 13. Jahrhundert waren es die allen Handelsstraßen, die das Entstehen und Wachsen unserer Stadt begünstigten Das waren ehe Frankenstraße über Saalburg, Lobenstein, Kronach und Bamberg nach Nürnberg, die alte Handelsstraße über Auma und Gera nach Leipzig, Die Straße über Gefell und Hof nach Regensburg, die Straße über Neustadt/Orla und Naumburg ins Halle'sche und die Straße über Reuth und Oelsnitz ins Böhmische.
Die Altstadt, in der sich die wichtigsten Lebensadern kreuzten, wurde 1232 erstmals urkundlich erwähnt, unmittelbar neben der Altstadt wurde im 13. Jahrhundert die Schleizer Neustadt planmäßig angelegt.
Hoch über ihr war die Burg gelegen, und eine Stadtmauer schützte ihre Bürger. Bereits 1297 wird Schleiz ausdrücklich "Oppidum" - Stadt - genannt, und 1482 vereinigten sich Alt- und Neustadt zu einem städtischen Gemeinwesen, das 1851 durch Eingemeindung der im 18. Jahrhundert gegründeten Heinrichstadt eine bedeutende Erweiterung erfuhr.
Die historischen Gebäude unserer Stadt sucht man jedoch leider vergebens, Wie viele andere Städte auch, wurde Schleiz mehrfach fast vollständig das Opfer großer Stadtbrände. 1475, 1517, 1689, Die beiden letzten großen Brände von 1837 und 1856 verheerten die Stadt derart, daß nur einige abseits gelegene Bauwerke nicht vernichtet wurden.
In aller gebotenen Eile und daher ohne jeden nötigen Zierrat wurden die Häuser wieder errichtet. Das nach dem Brand von 1837 neugebaute Schloß der Fürsten Reuß, die optische Bekrönung unserer Stadt, wurde bei einem Bombenangriff am 8. April 1945 zusammen mit über 50 Häusern in der Stadt zerstört.
Als Stadt in einem ländlich geprägten Umfeld stand Schleiz immer in einer engen Verbindung zur jeweiligen Landesherrschaft. Das waren die Lobdeburger als Kolonisatoren unserer Heimat, die Vogte und Herren von Gera, die Burggrafen von Meißen aus dem Hause Plauen und das Grafen- und Fürstenhaus Reuß. Der noch heute blühende Ast der fürstlichen Familie Reuß hat seine historischen Wurzeln in unserer Stadt.
Auf dem Neumarkt im Stadtzentrum fällt dem Besucher die Alte Münze mit ihren Barocktürmen sofort ins Auge. 1647 wurde sie als herrschaftliches Farbhaus erstmals urkundlich erwähnt und 1678 als Münze ausgebaut. Johann Adam Böttger war in ihr als Münzwardein tätig, Diesem Johann Adam Böttger wurde am 4, Februar 1682 in Schleiz ein Sohn geboren, der in der Stadtkirche auf den Namen Johann Friedrich getauft wurde und später als Erfinder des europäischen Porzellans in die Geschichte eingehen sollte.
Unweit der Stadtkirche befindet sich das Gebäude des historischen Gymnasiums Rutheneum. Es wurde 1656 gegründet und ist noch heute durch sein lateinisches Chronodistichon, das die Jahreszahl 1735 in seiner Inschrift verbirgt, leicht zu erkennen. In ihm war von 1869 bis 1876 einer der bedeutendsten Germanisten, der Reformator der deutschen Schriftsprache, Dr. Konrad Duden, tätig. Der "Duden" unseres Gymnasialrektors trat von Schleiz aus seinen Siegeszug durch den gesamten deutschsprachigen Raum an.
Unter den Freunden des Motorsports ist das Schleizer Dreieckrennen auf einer der ältesten Straßennaturrennstrecken Europas bekannt. Auf dem Straßendreieckkurs, der an der "Haarnadelkurve" unmittelbar das Stadtgebiet berührte, führten die Apollo-Autowerke Apolda 1922 die erste interne Brennstoffverbrauchsprüfung durch und entdeckten den interessanten Kurs, auf dem 1923 das erste Rennen gefahren wurde.
Die vielbefahrenen Handelsstraßen führten natürlich auch berühmte historische Persönlichkeiten in unsere Stadt 1641 den schwedischen Reichskanzler Oxenstierna, 1721 Johann Sebastian Bach, zwischen 1785 und 1820 mehrmals Johann Wolfgang von Goethe, 1806 Napoleon und 1816 seinen Gegner, den greisen Feldmarschall Blücher. Von Reisenden und fahrenden Kaufleuten allein konnte sich die Bürgerschaft jedoch nie ernähren.
In ihrer wirtschaftlichen Struktur zeigte die Stadt eine glückliche Mischung von Mittel- und Kleinindustrie, Handwerk und Kunstgewerbe. Bodenständige Industrien waren die Metallwarenfabrikation, Holz- und Glasverarbeitung, Buchbinderei und Textilverarbeitung. 1318 wurde der hier betriebene Bergbau auf Silber, Antimon und Eisen erstmals urkundlich erwähnt, gelangte im 16. Jahrhundert zur Blüte und starb ab dem 17. Jahrhundert bis auf wenige Gruben ab.
Die Tuchmacherei als Handwerk wurde 1402 erstmals urkundlich erwähnt und blühte bis ins 19. Jahrhundert.
1819 erwarb der Schleizer Gürtlermeister Piegler die Konzession zur fabrikmäßigen Herstellung von Dobereiner-Feuerzeugen. Diese frühen, auf der Grundlage der Platinkontaktkatalyse arbeitenden Gas-Tischfeuerzeuge wurden über mehrere Jahrzehnte hinweg am Markt 1 produziert.
1505 bekam die Stadt Schleiz den ersten freien Jahrmarkt verliehen, zu dem auch auswärtige Händler zollfrei Waren einführen durften.
Seit 1703 durften in der Stadt Viehmärkte abgehalten werden, die sich später zu den bedeutendsten in Deutschland entwickelten. Der erste Weltkrieg setzte dieser Entwicklung ein Ende.
1886 wurde die Eisenbahnlinie Schleiz - Schönberg fertiggestellt. Somit bestand die Anschlußmöglichkeit an die Hauptlinie Leipzig - Hof. 1930 wurde die Kleinbahn Schleiz - Saalburg in Betrieb genommen. Diese Bahnanschlüsse wirkten sich, wie der Autobahnbau 1934-1936, fördernd auf die Entwicklung von Handel und Gewerbe aus, bis die wichtigsten Verbindungen durch den eisernen Vorhang abrupt unterbrochen wurden.
Durch Ansiedlung leistungsfähiger mittelständischer Industrie im Territorium unserer Stadt an der Autobahn A9, einer der wichtigsten Verkehrsschlagadern Deutschlands, und der Verbesserung der Infrastruktur wird die Stadt Schleiz das bleiben, was sie immer war.
website content management by sitewizard