Pößneck

1. Rathaus Das Pößnecker Rathaus gehört zu den schönsten spätgotischen Rathäusern Thüringens. 1478

begann man mit dem Bau des Rathauses, 1485 war es im Wesentlichen fertiggestellt. 1491 wurde der Südgiebel, 1498/99 der Nordgiebel - ein Staffelgiebel mit zierlichem Blendmaßwerk - angefügt. Seine endgültige Vollendung erhielt das Rathaus 1531 mit dem Bau der Freitreppe. Neben Verwaltungsräumen beherbergt das Rathaus seit 1998 auch das Pößnecker Stadtmuseum 2. Marktplatz mit Marktbrunnen Eine Beso

Sehenswürdigkeiten in Pößneck

Pößneck1. Rathaus

Das Pößnecker Rathaus gehört zu den schönsten spätgotischen Rathäusern Thüringens. 1478 begann man mit dem Bau des Rathauses, 1485 war es im Wesentlichen fertiggestellt. 1491 wurde der Südgiebel, 1498/99 der Nordgiebel - ein Staffelgiebel mit zierlichem Blendmaßwerk - angefügt. Seine endgültige Vollendung erhielt das Rathaus 1531 mit dem Bau der Freitreppe. Neben Verwaltungsräumen beherbergt das Rathaus seit 1998 auch das Pößnecker Stadtmuseum

2. Marktplatz mit Marktbrunnen

Eine Besonderheit Pößnecks ist der schräg verlaufende Marktplatz mit einer Steigung von mehr als 10 %. Die Mitte des Marktplatzes ziert der Markbrunnen, 1521 im Renaissance-Stil erbaut. Der Wasserzulauf erfolgte damals durch die älteste, von den Karmelitermönchen gebauten Holzwasserleitung. Das Marktbornmännchen gilt als Sinnbild des wehrhaften Bürgers.

Pößneck3. Ehemalige Stadtbefestigung

Bereits um 1300 hatte Pößneck eine Stadtbefestigung in Form einer Mauer, die im 15. Jahrhundert Stück für Stück erneuert und modernisiert wurde. Reste dieser Stadtmauer sind noch heute erhalten (am Glockenturm, in der Straße des Friedens, Untere Johannisgasse, Oberer Graben). An den vier Ecken der Stadtmauer standen Türme, von denen nur noch der Weiße Turm erhalten ist.
"Ein nahrhaftes Städtchen", so nannte Goethe vor rund 200 Jahren Pößneck, als er anläßlich seiner ersten Bekanntschaft mit dieser Stadt einige Notizen in sein Tagebuch schrieb. Ein hübsches Städtchen ist Pößneck bis heute geblieben. Malerisch in der Orlasenke gelegen, hat es mit seinen Überresten der alten Stadtbefestigung und zahlreichen baugeschichtlich interessanten Gebäuden sowohl dem Einheimischen als auch dem Gast einiges zu bieten.

Doch lassen wir nun den Chronisten zu Wort kommen

8. / 9. Jahrhundert
Die Orlasenke wird durch den slawischen Stammesverband der Sorben besiedelt. Zahlreiche kleine Dörfer, darunter Pesnitz ( im Bereich der Pößnecker Gottesackerkirche ), werden gegründet.

11. / 12. Jahrhundert
Innerhalb der Flurgrenzen des Dorfes Pesnitz werden die Veitskirche ( auf dem heutigen Schützenplatz ), die Bartholomäuskirche ( Vorgänger der Stadtkirche ) sowie ein befestigter Herrensitz ( heute Kirchplatz 7 ) errichtet.

1252
Erste gesicherte Erwähnung von Pößneck. In einer Saalfelder Klosterurkunde wird ein Wernherus von Peznitz als Zeuge genannt. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts bilden das Dorf Pesnitz sowie eine kleine Marktsiedlung um die Bartholomäuskirche den Ausgangspunkt für eine städtische Siedlung. Eine Stadt mit rechteckigem Grundriß, zentralem Marktplatz und rechtwinkligem Straßennetz wird neben dem Dorf planmäßig angelegt und mit einer Mauer, Toren und Türmen versehen.

1315
Innerhalb der Stadtmauer wird ein Karmeliterkloster gegründet.

1324
Pößneck wird zum ersten Mal als Stadt bezeichnet. Friedrich, Landgraf von Thüringen und Markgraf von Meißen, bestätigt den Grafen von Schwarzburg das Lehen über " Peznik Stat und Hus und alles daz darzu gehoret".

1329
Pößneck erhält das Recht, den Schultheißen selber zu wählen.

1399
In der ältesten Stadtrechnung wird ein Rathaus erwähnt.

1409
Der Stadt wird das Recht erteilt, einen Mauritiusmarkt durchzuführen.

1424
Pößneck fällt als erledigtes Lehen an die Markgrafen von Meißen, also an das Haus Wettin, zurück.

1453
Das Karmeliterkloster übereignet der Stadt 33 Gulden zur Erbauung des Weißen Turmes. Im 15. Jahrhundert wird die alte Stadtmauer Stück für Stück durch eine neue, stärkere ersetzt. Die drei Stadttore werden nacheinander erneuert. In Pößneck gibt es einen Marstall, eine Schule, eine Garküche, ein Hospital, zwei Badestuben und ein Frauenhaus.

1478 - 1499
Ein neues Rathaus wird erbaut und 1531 mit einer reich verzierten Freitreppe versehen.

1525
Die Reformation hält Einzug. Das Karmeliterkloster wird aufgelöst. Wegen Beteiligung an den Bauernunruhen wird der Stadt eine Strafe auferlegt.

1585
Die Leipziger Teilung trennt die wettinischen Lande in die ernestinische und albertinische Linie. Pößneck wird der ernestinischen Linie und damit dem Kurfürstentum Sachsen zugesprochen.

1625
In Pößneck bricht die Pest aus. Weit über 1000 Menschen werden Opfer der Seuche.

1631, 1640 und die folgenden Jahre
Die Stadt bekommt die Schrecken des 30jährigen Krieges zu spüren. Einquartierungen schwedischer Regimenter und Durchzüge von Kavallerie und Fußvolk beider Kriegsparteien bringen der Bevölkerung Plünderungen, Raub und Mord.

1667
In Pößneck sind 90 Tuchmacher und 21 Lohgerber tätig. Diese beiden Gewerbe prägen das Bild der Stadt.

1795 - 1823
Auf seinen Reisen in die böhmischen Bäder macht Goethe 18mal in Pößneck Station.

1800
Gründung der Pößnecker Porzellanfabrik, die ab 1814 den Namen Conta & Böhme trägt.

1806
Während der Einquartierung napoleonischer Truppen kommt es zu Plünderungen.

1826
Nach mehrfachem Wechsel der Herrscherhäuser in den vergangenen 250 Jahren kommt Pößneck zum Herzogtum Sachsen - Meiningen.

1862
Die Einführung der Gewerbefreiheit hat zur Folge, daß viele Tuchmacher und Gerber Fabriken gründen. Der industrielle Aufschwung Pößnecks beginnt.

1862 bis 1900
Pößneck entwickelt sich zur bedeutendsten Industriestadt im Herzogtum Sachsen-Meiningen. Große Wirtschaftsunternehmen wie die Flanellfabriken Siegel & Schütze und Fischer & Seige, die Lederwerke Emil Brüderlein, die Schokoladenfabrik Robert Berger und der Vogel-Verlag entstehen.

1871
Durch den Bau der Eisenbahnlinie Gera / Eichicht bekommt Pößneck einen Bahnanschluß.

1891
Im Vereinsgarten wird der Deutsche Textilarbeiterverband ( heute Gewerkschaft Textil - Bekleidung ) gegründet.

1939 - 1945
Rüstungsindustrie wird nach Pößneck verlagert. Ca. 450 Bürger der Stadt fallen im Zweiten Weltkrieg als Soldaten an der Front, ca. 150 zählen als vermißt.

9. und 11. April 1945
Bei Bombenangriffen kommen 58 Menschen ums Leben.

15. April 1945
Die Stadt wird kampflos an die amerikanischen Truppen übergeben.

2. Juli 1945
Sowjetische Truppen lösen die amerikanischen ab. Die sowjetische Besatzungszeit beginnt.

1946
Beginn der Enteignung wichtiger Wirtschaftsunternehmen. Aus dem Vogel-Verlag entsteht die Großdruckerei Karl-Marx-Werk.

1952
Pößneck wird Kreisstadt des neu gegründeten Kreises Pößneck.

1971 bis 1990
Das Wälzlagerwerk "VEB Rotasym" wird mit ca. 1.400 Beschäftigten zum wichtigsten Industrieunternehmen der Stadt.

1973 bis 1975
Das Neubaugebiet Pößneck-Ost wird in Plattenbauweise errichtet.

Oktober - Dezember 1989
Durch das "Neue Forum" werden auf dem Marktplatz Montagskundgebungen organisiert. Damit wird die Wende in Pößneck eingeleitet.

1991
Baubeginn im Gewerbegebiet Pößneck-Ost.

1994
Pößneck verliert den Status der Kreisstadt und wird in den neu gebildeten Saale - Orla - Kreis eingegliedert.

13. September 1998
Das Pößnecker Stadtmuseum wird eröffnet.

April - Oktober 2000
Pößneck ist Ausrichter der 1. Thüringer Landesgartenschau.

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