Milz

Die Gemeinde Milz im Landkreis Hildburghausen ist einer der ältesten Ansiedlungen im Thüringer Grab

feld. Der Ort liegt an den südwestlichen Ausläufern des Thüringer Waldes malerisch in einer Auenlandschaft vor der Kulisse der Gleichberge. Milz wird ab 783 erstmalig urkundlich erwähnt. Es war die Äbtissin Emhild, die sich in einer Urkunde zur Klostergründung in Milz bekannte. Das Kloster war reich begütert und daher ständig von slawischen Stämmen aus Böhmen bedroht. Zur Zeit der Gauverfassung wa

Gemeinde Milz mit Ortsteil Hindfeld

MilzDie Gemeinde Milz im Landkreis Hildburghausen ist einer der ältesten Ansiedlungen im Thüringer Grabfeld. Der Ort liegt an den südwestlichen Ausläufern des Thüringer Waldes malerisch in einer Auenlandschaft vor der Kulisse der Gleichberge. Milz wird ab 783 erstmalig urkundlich erwähnt.

Es war die Äbtissin Emhild, die sich in einer Urkunde zur Klostergründung in Milz bekannte. Das Kloster war reich begütert und daher ständig von slawischen Stämmen aus Böhmen bedroht. Zur Zeit der Gauverfassung war der Ort ein Reichsgut von großem Ansehen und ähnlich einer Stadt bedacht.

Im 16. und 17. Jahrhundert gab es in Milz ein reiches Handelsleben, Wirtschaft und Gewerbe florierten. In und aus dem Ort kam man durch drei Tore, von denen aber zwei wegen Baufälligkeit abgetragen werden mußten. Nur das Gebäudes des Oberen Tores hat alle Wirren der Zeit überstanden. Das 1993/94 mit beachtlichem Aufwand sanierte Torhaus gilt neben der 1520 erbauten Wehrkirche als ein Wahrzeichen des Dorfes.

Nach Südosten war das Dorf durch den Flußlauf der Milz gegen Angriffe geschützt, während es im Nordwesten von einem breiten Graben halbkreisförmig umgeben war. Diese Befestigungsart ist heute noch an der Kirche sichtbar. Die günstige Verkehrslage an der alten Handelsstraße von Königshofen über St. Bernhard in das Werratal war in wirtschaftlicher, politischer und kirchlicher Hinsicht von großer Bedeutung. Sie trug maßgeblich dazu bei, daß man 1650 in Milz an die Errichtung einer eigenen Poststation ging. Zweimal wöchentlich zog damals der reitende Bote von Nürnberg über Bamberg und Milz nach Meiningen.

Der Mittelpunkt des Ortes nebst Kirche zeugt in seiner Anlage von einer gewissen Regelmäßigkeit und hinterläßt den Eindruck eines Marktes. Die Lage im sogenannten Sperrgebiet sowie die permanente Knappheit an Baumaterial in der DDR haben dazu beigetragen, daß noch sehr viel historische Bausubstanz dieses typischen fränkischen Haufendorfes vorhanden ist. Fachwerkhäuser im fränkischen Stil zeugen noch heute von handwerklichem Geschick. Der gesamt Ortskern wurde 1992 unter Denkmalschutz gestellt.
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