Ebersdorf

Land und Leute Das reußische Oberland war noch vor 1000 Jahren ein ausgedehntes Waldgebiet. Nur wen

ige Menschen wohnten hier, fristeten saaleaufwärts ein kärgliches Leben als Fischer, Jäger und Bauern. Der frühere Nortwald in Frankonia , 1454 erstmals Frankenwald genannt, war über Jahrhunderte eine der wichtigsten Erwerbsquellen der Menschen hier. Seit dem 13. Jahrhundert ist die Saalefößerei nachgewiesen. Den Holzreichtum nutzend, hatten auch Glasschmelzer kleine Schmelzöfen im Oberland. Die G

Geschichtliches rund um das Gebiet Ebersdorf / Thüringen

Ebersdorf in ThüringenLand und Leute

Das reußische Oberland war noch vor 1000 Jahren ein ausgedehntes Waldgebiet. Nur wenige Menschen wohnten hier, fristeten saaleaufwärts ein kärgliches Leben als Fischer, Jäger und Bauern.

Der frühere Nortwald in Frankonia, 1454 erstmals Frankenwald genannt, war über Jahrhunderte eine der wichtigsten Erwerbsquellen der Menschen hier. Seit dem 13. Jahrhundert ist die Saalefößerei nachgewiesen.

Ebersdorf in ThüringenDen Holzreichtum nutzend, hatten auch Glasschmelzer kleine Schmelzöfen im Oberland. Die Gegend um Grumbach legt dafür Zeugnis ab. Das Holz begünstigte ebenso die Köhlerei, deren alte Spuren man heute noch findet. Auch die alten Eisenschmelzhütten, vor allem bei Saaldorf und in Wurzbach, gab es schon frühzeitig.

 Seit über 600 Jahren wird im Lehestener Gebiet Schiefer gebrochen, auch heute noch zu Dach- und Wandschiefer verarbeitet. Ein einzigartiger Pferdegöpel, dazu eine Schieferspalthütte, werden für die Nachwelt erhalten.

Ebersdorf in ThüringenEin Kapitel Produktionsgeschichte zeigt auch die Heinrichshütte in Wurzbach. Seit den 80er Jahren ist sie Schaudenkmal für Tausende, die hier das herkömmliche Eisengießen erleben.

Im Frankenwaldgebiet hatten Erzgewinnung und -verarbeitung im 15. Jahrhundert begonnen, und durch den Bergbau wurde das nördliche Frankenwaldgebiet bekannt. Von altersher waren die Oberlandbewohner ein etwas rauher Volksstamm. Vielfach waren die armen Arbeitsleute und Bauern wortkarg und gläubig. Hatte man ihr Herz und ihr Vertrauen erworben, teilten sie das Letzte.

Ebersdorf in ThüringenBis ins 20. Jahrhundert galt das Gebiet um Lobenstein als Notstandsgebiet. Karg war der Boden, gering die Ernten. Früchte wie Kirsche, gedeihen hier nur selten. Auch der Weizen hielt spät Einzug.

War die Speis' auch einfach, auf Thüringer Art war sie, wie die Thüringer Wurst, schmackhaft.

Heer- und Handelsstraße

Auch die mittelalterliche Heer- und Handelsstraße von Nürnberg nach Leipzig prägt das Gebiet. Sie führte, aus dem Bayrischen kommend, über Lobenstein und Saalburg zur Messestadt Leipzig, wo die Messen vor den Kirchen vor über 800 Jahren ihren Ursprung hatten. Historisch überliefert sind die Namen von alten Straßengasthöfen wie Grauer Affe, Weißer Trutz, aber auch Kalter Frosch und Ratte, in der Gegend um Schönbrunn und Ebersdorf. 

Ebersdorf in ThüringenNapoleon zog vom 8. bis 14 Oktober 1806 auf der alten Handelsstraße mit 200 000 Soldaten zur Schlacht bei  Jena-Auerstedt. Im einstigen Reußenschloß Ebersdorf übernachtete er.

Bergbau

Verschiedentlich im Gestein dieser Region auftretende Vererzungen mit Specularit und Magnetit wurden von den Gruben "Graf Otto" und "Graf Heinrich" bis 1910 nahe Schönbrunn abgebaut. 

Goldbach, Silberknie und Bleiloch sowie andere Namen zeugen in Stauseenähe davon, daß hier früher auch edle Metalle gefunden wurden. 

Burg an der Saale

Einst grüßte von steiler Höh' ins Tal der Saale und des Rätschenbaches eine Burg, an die heute noch die Wüstung Hohndorf in der Gemarkung Röppisch erinnert.

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